Förder-Forum Alte Synagoge Heppenheim – Bewahren um zu Lernen!
Die erste große Veranstaltung unseres Fördervereins am Europäischen Tag der Jüdischen Kultur war ein voller Erfolg. Wir konnten mehr als 120 Gäste im Kurmainzer Amtshof willkommen heißen; die Gäste blieben trotz der längeren Veranstaltung und nutzten das anschließende Beisammensein mit jüdischem Gebäck und Getränken zum Austausch und Netzwerken.
Unter dem Motto „Bewahren um zu Lernen“ stellten wir unser zentrales Ziel vor: die Sanierung des Gebäudes „Kleine Bach 3“ und seine künftige Nutzung als Ort der jüdischen Kultur, des interreligiösen Dialogs und der demokratischen Bildung. Uwe Becker, Beauftragter der Hessischen Landesregierung für Jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus, unterstrich die Bedeutung, jüdisches Leben zu schützen und Antisemitismus entschieden entgegenzutreten.
Musikalisch wurde die Veranstaltung im Kurfürstensaal eindrucksvoll begleitet. Die Schüler Jonathan Kaluza (Klavier) und Lukas Römer (Klarinette), beide Preisträger bei Jugend musiziert und dem Mendelssohn-Wettbewerb, gaben feinfühlige Interpretationen, und die Flötistin Svetlana Roginsky bereicherte das Programm mit klassischen jüdischen Liedern, die eine emotionale Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart schufen.
Oberstufenschüler des Starkenburg-Gymnasiums erinnerten mit persönlichen Biografien an die jüdischen Mitbürger Heppenheims, die 1942 deportiert wurden, und machten damit eindrücklich die Bedeutung persönlicher Erinnerung für das historische Verständnis sichtbar. Restauratorin Franziska Müller berichtete von ihrer persönlichen Auseinandersetzung mit jüdischer Geschichte im Zusammenhang ihrer Arbeit an der Synagoge; Moderator Titus Möllenbeck verwies auf die reichhaltige jüdische Kultur und die lokale Verbindung zu Persönlichkeiten wie Martin Buber.
Im Innenhof präsentierten wir ein beeindruckendes 1:1-Modell eines Teilausschnitts des historischen Tonnengewölbes für den Betsaal, gefertigt von der Firma Holzbau Vock; ein Zimmermann stellte die Holzkonstruktion und unser Spendenkonzept vor, nach dem jede Bohle symbolisch übernommen werden kann, mit individueller Namensgravur, fotografischer Dokumentation, einer Urkunde mit Foto sowie einer namentlichen Veröffentlichung im fertiggestellten Gebäude. Zusätzlich können Patenschaften für weitere Bauteile wie Fensterläden, Treppenstufen oder Möbel übernommen werden.
Wir danken allen Spenderinnen und Spendern, Gästen und den vielen helfenden Vereinsmitgliedern, die diese Veranstaltung möglich gemacht und die Gespräche mit Leben gefüllt haben. Ein besonderer Dank gilt der Bürgerstiftung Heppenheim, die mit ihrer Bürgerwunsch-Spende von 1.000 Euro unsere erste Veranstaltung zum Europäischen Tag der Jüdischen Kultur unterstützt und damit gezeigt hat, wie wichtig gemeinsames Handeln für das Gelingen ist. Ebenso danken wir der Stadt Heppenheim, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern, die unser Vorhaben tatkräftig begleiten.
Werden Sie Teil dieses Projekts: Unterstützen Sie die Sanierung der Alten Synagoge durch die Finanzierung einzelner Bauteile oder durch einen freien Beitrag. Auf Wunsch werden Spender namentlich verewigt.
„Bewahren um zu Lernen!“ — helfen Sie mit, dass Erinnerung lebendig bleibt.
Alle Bilder sind urheberrechtlich geschützt, Fotograf © Johannes Kaiser Heppenheim https://johannes-kaiser.de
