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Alte Synagoge Heppenheim Frontansicht Bauplan

gebäude

Nach dem Tod seines letzten Besitzers Alfred Sturm, Friseur und Mitbegründer der Starkenburg Sternwarte, stand das Gebäude 2016 zum Verkauf. Aus einer Gruppe heimatgeschichtlich Interessierter bildete sich der Initiativkreises „Kulturdenkmal Alte Synagoge Heppenheim“. Dankenswerterweise war die Stadt Heppenheim bereit, das Gebäude 2017 zu erwerben. Sie beauftragte den inzwischen gegründeten Förderverein sich um den Erhalt und die Entwicklung des Gebäudes zu kümmern.

Das Gebäude ist als Einzelkulturdenkmal ein wertvolles Zeugnis für die über 600-jährige Geschichte des Judentums in Heppenheim.
1791 wurde es von der jüdischen Gemeinde einzig zum Zweck als Synagoge mit Betsaal, Schule und Lehrerwohnung erbaut …

Plan Schnitt

architektonisch interessant

… und einzig für Südhessen ist, dass es sich hier nicht um einen reinen Fachwerkbau handelt. Lediglich die Giebelseiten im Obergeschoss sind Fachwerk, das Erdgeschoss und die Längsseiten bestehen zum Teil aus 60 cm starkem Bruchstein-Mauerwerk. Der optisch großzügige Betsaal im Obergeschoss war mit seinem Tonnengewölbe frei von Stützen und somit eine Besonderheit, zu seiner Zeit der größte derartige Raum in Heppenheim.

Das Haus wurde während des November Pogroms 1938 nicht zerstört und hat den 2. Weltkrieg schadlos überstanden. Auch ist es nicht negativ belastet, wurde nicht arisiert und ist kein Ort des Verbrechens.

zeittafel

  • 1791 von der jüdischen Gemeinde als Synagoge mit Betsaal, Schule und Lehrerwohnung erbaut

 

  • 1901 Kauf durch Emanuel Mayerhof, Umbau zu einem Geschäftshaus für Kurz- und Weissware

 

  • 1933 Tod von Hannchen Meyerhof

 

  • 1934 Verkauf an die Bezirkssparkasse

 

  • 1935 Tod von Emanuel Meyerhof

 

  • 1936 Kauf durch Leopold Sturm, Friseur
Historisches Foto schwarzweiß Putz Manufaktur Kurz und Weisswaren Emanuel Meyerhof
Historisches Foto des Gebäudes schwarzweiß Friseur Sturm
  • 1982 erste Dokumentation der Alten Synagoge im Buch „Geschichte und Geschicke der Heppenheimer Juden“

 

  • 2016 Tod des letzten Bewohners Alfred Sturm, Friseur und Mitbegründer der Starkenburg Sternwarte

 

  • 2016 Gründung des Initiativkreis „Kulturdenkmal Alte Synagoge Heppenheim“

 

  • 2017 die Kreisstadt Heppenheim kauft das Haus

 

  • 2019 Gründung des Fördervereins Kulturdenkmal Alte Synagoge Heppenheim e.V.

Rekonstruktion Obergeschoss mit Betsaal und Erdgeschoss mit Schulraum und Lehrerwohnung

Rekonstruktion Keller

Rekonstruktion der Frontansicht vor 1910

Rekonstruktion Gebäudeschnitt vor 1910

Quelle: Geschichte und Geschicke der Heppenheimer Juden von Wilhelm Metzendorf, Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 5, Heppenheim 1982, Seite 96 bis 98, Zeichnungen Karl Hutter