
Ein historischer Moment in der Alten Synagoge!
Die Verlegung von zwölf neuen Stolpersteinen in Heppenheim hat in der vergangenen Woche erneut sichtbar gemacht, wie vielfältig die Schicksale der jüdischen Familien waren, die hier bis 1938 lebten – darunter die Familien Goldschmidt, Meyerhof aus der Kleine Bach 1 und 3 sowie weitere, deren Angehörige vertrieben, deportiert oder ermordet wurden. Der Verein „Stolpersteine Heppenheim e.V. – Erinnern für die Zukunft“ hat diese Gedenktage mit großer Sorgfalt vorbereitet und würdig gestaltet und damit ein wichtiges Zeichen für Erinnerungskultur in unserer Stadt gesetzt.
Besonders bewegend war der Besuch der aus Israel angereisten Familie Goldschmidt/ Michman aus Israel – 18 Angehörige in drei Generationen – die an den Orten ihrer Familiengeschichte stand und mit ihrer Präsenz die historische Dimension der Verlegung eindrucksvoll spürbar machte. Ihre Teilnahme, die Gespräche und das stille Gebet in der Alten Synagoge haben diesen Tagen eine Tiefe gegeben, die weit über das Sichtbare hinausreicht.
Für den Förderverein war es ein besonderes Anliegen, diesen Moment aktiv mitzugestalten: durch ihre umfangreichen Recherchenhaben Irene Menninger und Martin Metzendorf die Lebenswege der Familien Meyerhof und Goldschmidt umfassend rekonstruiert. Die enge Zusammenarbeit mit Bruria und Dan Michman sowie neu zugänglich gemachtes Familienmaterial ermöglichten eine zwölfteilige Ausstellung, gestaltet von Monika Slomski, die historische Fotos und Dokumente aus Archiven sorgfältig aufbereitete.
Ein Moment von besonderer historischer Tiefe ereignete sich am Sonntagnachmittag: Im Obergeschoss der Alten Synagoge sprach die Familie Michman ein stilles Gebet – das erste jüdische Gebet in diesem Raum seit dem erzwungenen Wegzug des letzten jüdischen Bewohners im Jahr 1937.
Bei der Veranstaltung im Kurfürstensaal würdigte Bruria Michman unsere Arbeit ausdrücklich. Die Vorträge von Dr. Christoph Dieckmann und Dan Michman vertieften die Bedeutung gemeinsamer Erinnerung und jüdischer Perspektiven auf Holocaust und Shoa.
Diese Tage haben uns gezeigt, wie wichtig es ist, Geschichte sichtbar zu machen – und wie viel Kraft darin liegt, wenn Nachkommen und Stadtgesellschaft gemeinsam erinnern.
Die Ausstellung in der Alten Synagoge ist am Pfingstwochenende (23.–25. Mai, 15–18 Uhr) geöffnet.
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